23.08.2017

Aktuelles Rettungsdienstgesetz riskiert Menschenleben!

Hamburg den 24.08.2017 Junge Freie Wähler Hamburg fordern die Reform des Rettungsdienstgesetzes. „Finanzielle Interessen werden über das Wohl der Patienten gestellt“ / Unterstützung von Europaabgeordneten Arne Gericke: „Euronotrufnummer 112 muss schnellste Anlaufstelle sein.“

 „Im Notfall zählt jede Sekunde, denn oft hängt das Leben der Patienten am seidenen Faden. Schnelles Handeln ist also überlebenswichtig“, weiß Daniel Meincke nur zu gut, denn er ist selbst im Sanitätsdienst und in einer Hausnotrufzentrale tätig. Doch aktuell beschäftigt ihn sein Beruf auch politisch. Als Vorsitzender der Jungen Freien Wähler in Hamburg fordert er eine Reform des Rettungsdienstgesetzes. „In Hamburg werden Patienten zu spät versorgt und Leben riskiert, nur weil finanzielle Interessen über das Wohl der Patienten gestellt werden“, so Meincke weiter.

„Alle Rettungsdienstler wollen Menschen schnellstmöglich helfen. Wenn wir das aufgrund veralteter Gesetze nicht können, ist das frustrierend.“ Unterstützt wird die Forderung nach einer Reform auch vom Europaabgeordneten der Freien Wähler, Arne Gericke: „Es ist eine Katastrophe. Die EU nimmt viel Geld in die Hand, um für die einheitliche und sinnvolle Euronotrufnummer „112“ zu werben. Sie muss also auch die schnellste Nummer für Notfallpatienten sein. Doch in Hamburg ist das nicht der Fall.“ Denn unter den verschiedenen Rufnummern erreicht man unterschiedliche Rettungskräfte. Unter der „112“ erreicht man die Feuerwehr, die G.A.R.D unter der „19221“, das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser und die Johanniter unter der „19222“ und den Arbeiter-Samariter-Bund unter der„19223“.

Daniel Meincke sieht hier dringenden Handlungsbedarf: „Die Landesregierung von Hamburg hätte schon längst etwas unternehmen müssen, es geht um Menschenleben - Stattdessen verschleppt man seit Jahrzehnten wichtige Reformen.“ Meincke fordert für Hamburg eine integrierte Rettungsleitstelle, in denen Feuerwehr, Rettungsdienst, Krankentransport und der Katastrophenschutz zusammenlaufen.“ Überall in Deutschland ist das schon gängige Praxis, von Bayern bis hoch nach Mecklenburg-Vorpommern. „Nur Hamburg hinkt hier hinterher - zum Schaden der Patienten“,so Meincke weiter.„Außerdem muss endlich eine Hilfsfrist gesetzlich geregelt werden. In 14 von 16 Bundesländern ist das der Fall. Selbst gesteckte Ziele der Rettungsdienste reichen hier einfach nicht aus.“ Das zeigt auch ein Bericht der Feuerwehr Hamburg: In einem Drittel aller Fälle im Jahr 2016 wurde das eigene Ziel von acht Minuten verfehlt.

Seit Jahren erheben Hilfsorganisationen und private Anbieter in Hamburg schwere Vorwürfe gegen die Feuerwehr Hamburg, dass sie Fahrten vor allem selbst übernehme und nicht an andere Anbieter weitergebe, auch wenn die deutlich schneller wären. So berichtete der Norddeutsche Rundfunk, dass Sanitäter des „Deutschen Roten Kreuzes“ von der Feuerwehr gar nicht erst alarmiert wurden, obwohl sie nur 160 Meter vom Unfallort entfernt waren.

Der Europaabgeordnete Gericke, der zusammen mit Meincke zu Besuch in Hamburg-Wandsbek in der größten Rettungswache Europas war, bedankte sich auch bei den zahlreichen Notfallsanitätern vor Ort. „Tag für Tag retten sie Menschenleben und bekommen dafür viel zu wenig Anerkennung. Die Politik muss also alle Hebel in Bewegung setzen, um den Job so einfach wie möglich zu machen.“ Dafür kämpfen die Freien Wähler auf unterschiedlichen politischen Ebenen. Bei Fragen zu dieser Pressemitteilung wenden Sie sich bitte an Daniel Meincke Landesvorsitzender daniel.meincke@jfw-hamburg.eu